Chronik von 1900-2000

 1900: Dahlbruch hat 74 Wohnhäuser und 676 Einwohner. 


25. Februar 1900: In Dahlbruch wird die Freiwillige Feuerwehr von 48 Männern ins Leben berufen. Ihr erster Hauptmann war Heinrich Bensberg. 

22.September 1900: Es wurde die feierliche Kirchweihe der neuen St.-Augustinus-Kirche durch den Paderborner Bischof, Dr. Wilhelm Schneider, durchgeführt. Es soll seine erste Kirchenkonsekration gewesen sein. Bei dieser Gelegenheit handhabte er den Hirtenstab so energisch, dass dieser zerbrach. Leider hatte dieses im neugotischen Stil erbaute Gotteshaus keine lange Lebensdauer. Der in einem Steinbruch bei Allenbach gebrochene Sandstein war nicht wetterfest. Am Mauerwerk traten immer größere Schäden auf. Auf Anraten von Fachleuten wurde der schwere Entschluss gefasst, die Kirche abzubrechen. Der Turm der Kirche blieb allerdings erhalten. Neueinweihung siehe 2. Oktober 1960. 

18.Dezember 1900: Die Gemeindevertretung Hillnhütten fasste heute einstimmig folgenden Beschluss: „Da die Gemeinde Hillnhütten unter den heutigen gegen frühere Zeiten veränderten Verhältnissen und bei einer zu geringen Größe der Feldmark von nur 55 ha und einer Einwohnerzahl von 127 Seelen auf die Dauer nicht mehr imstande ist, ihre öffentlich-rechtlichen Verpflichtungen zu erfüllen, beschloss die Gemeindevertretung, an die Gemeinde Dahlbruch die Bitte und den Antrag zu stellen, Hillnhütten in den Gemeindeverband Dahlbruch aufzunehmen.“ 

15. Januar 1901: Es fand eine Frauenversammlung in der Schule statt. 114 stimmberechtigte Frauen wählten ihre spätere Hebamme. Die Wahl gewann von 7 Bewerberinnen Anna Schlag. Sie nahm die Wahl mit ihren auferlegten Bedingungen durch Unterschrift an. Anna Schlag hat 4 Jahrzehnte den Beruf in Dahlbruch ausgeführt und über 1 800 mal Geburtshilfe geleistet. 

1.April 1901: Die Eingemeindung von Hillnhütten wird vollzogen, mit der Versicherung, dass die neuen Bürger an dem gesamten Gemeindevermögen der Gemeinde Dahlbruch gleichen Anteil haben würden. 

1901: Da die Einnahmen stiegen, wurde eine Volksbücherei eingerichtet. 

1902: Das Gemeindehaus der ev. Gemeinschaft Dahlbruch wurde in der Schweisfurth bezogen. Es wurde in den späteren Jahren mehrmals vergrößert und modernisiert. 

1902: Wachstum der Industrie und Vergrößerung des Dorfes waren miteinander verbunden. Der Etat betrug 20000 M. 

1904: Gebr. Klein erhält einen Großauftrag aus China für ein komplettes Blockwalzwerk. 

1903: Die Gemeinde wird größer und hat 87 Wohnhäuser. In ihnen wohnen 861 Personen. Darunter sind, was unglaublich ist, 291 Kinder unter 14 Jahren. Es gab 140 Schüler und die dritte Lehrerstelle wurde eingerichtet. 

1904: Es wurde eine neue Schneidemühle (Ersatz für die alte), mit Turbinenantrieb im Hause Weiss eingerichtet. Die Turbinenanlage wurde mit Wasser aus dem oberhalb liegenden Wehrgraben angetrieben. 

1907: Dahlbruch hat 131 Wohnhäuser und 984 Einwohner. 

1907/1908: Das Schulgebäude auf dem Ernst- August- Platz, in dem heute noch Schule gehalten wird, wurde aufgestockt. 

1908: Dahlbruch bekommt eine neue Turnhalle mit einem Spielplatz. Die Fläche betrug 40 a, der Kaufpreis war 2000,- M. Der Hallenbau 20000,- M. und die Baukosten für den Spielplatz betrugen 1000,- M. 

1909: Da der alte Friedhof zwischen Hochstraße und Wittgensteiner Straße überbelegt war, wurde auf dem Höchsten ein neuer Friedhof angelegt. Die Fläche betrug seinerzeit 75a und die Kosten waren 2000.- M.. Die Schülerzahl betrug 166. 

1909: Die Gemeinde Dahlbruch erwirbt die Schweisfurther Haubergsanteile für 67000,- M. Eine Anleihe hierfür wurde bei der Landesbank gemacht. 

2. Januar 1911: Die Firma E. Vogel wurde in Dahlbruch gegründet. Zu Beginn waren 10 Arbeiter beschäftigt. 

1911: Das alte kath. Schulhaus, welches in Allenbach an der Landstraße lag, war zu klein geworden. Es wurde durch einen moderneren, größeren Schulhausneubau neben der kath. Kirche ersetzt. 

1911/1912: Die Wasserleitung wird in Dahlbruch gebaut. 50m³ wurden jedem Besitzer für 16,- M geliefert. Überwasser musste mit 40 Pfg. pro m³ bezahlt werden. Die Gemeinde Müsen erschließt die Quelle in der Brombach. 

1912: Dahlbruch bekommt elektrisches Licht. Wegen der hohen Kosten schließen viele Familien nur zögernd an. 

1913: Der Etat der Gemeinde Dahlbruch betrug 106000 M. 

1914: Dahlbruch hat 1154 Einwohner. Die Gebr. Kein haben einschließlich Werk Riga 180 Beamte und 1000 Arbeiter beschäftigt. 

1914: Die Eisenbahnlinie wurde wegen größer werdendem Verkehr 30 Jahre nach Einweihung an den Wald der Kalau gelegt. Dahlbruch hatte kein geeignetes Gelände für einen Bahnhof. Ein Bahnhof musste aber errichtet werden, dass sah selbst die Reichsbahn ein. Aus diesem Grunde wurde der neue Dahlbrucher Bahnhof auf Kredenbacher Gebiet gebaut. 

1914/1918: 216 Männer unseres Ortes waren im ersten Weltkrieg, von ihnen kehrten 35 nicht zurück. 

1917/1918: In den Kriegsjahren waren bei Kleins in Dahlbruch (das Werk in Riga war still gelegt worden) 127 Beamte, 369 Arbeiter, 50 Frauen und 34 Kriegsgefangene beschäftigt. 356 Mitarbeiter waren vom Werk Dahlbruch unter der Fahne. Den 283 heimgekehrten Soldaten wurde durch den Aufsichtsrat ein Ehrengeschenk von 5000,- Mark bewilligt. 

27.11. – 18.12.1918: Beim Rückzug Deutscher Truppen hatte Dahlbruch in dieser Zeit Einquartierungen. Die zahlenmäßig größte Belegung war am 8. Dezember mit über 3000 Soldaten und 900 Pferden. 

27. Juli 1920: Die SGV–Abteilung Dahlbruch e.V. wurde im Gasthof Koch (Dahlbrucher Hof) gegründet. 1. Vorsitzwender wurde Albert Flender. Im Gründungsjahr hatte der Verein bereits 101 Mitglieder (nur Männer). 

1921: Die Firma Eisenbau Krämer GmbH wird gegründet. 

1921: Der Posaunenchor der ev. Gemeinschaft Dahlbruch wird ins Leben gerufen. 

1922: Der Kraftverkehrsbetrieb Albert Schmidt wurde gegründet. Er hatte die Strecken Kreuztal-Hilchenbach und zurück, sowie Dahlbruch-Müsen und zurück zu bedienen. Am 1. Juli 1995 übernahmen die Verkehrsbetriebe Westfalen–Süd diese Strecke. 

13. Dezember 1922: Ein schönes Ehrenmal, welches die Katholische Kirchengemeinde ihren gefallenen Söhnen bauen ließ, wurde in ihrem Gotteshaus in Dahlbruch enthüllt und geweiht. 

16. September 1923: Das Dahlbrucher Ehrenmal ,,Der Siegfried‘‘ ist mit großer Beteiligung aus der Bevölkerung und allen Vereinen feierlich eingeweiht worden. Die Fundamente sind heute noch zwischen ev. Kirche und Kindergarten vorhanden. 

01.Juni 1925: Die Amtssparkasse Keppel, mit Sitz in Dahlbruch, nimmt ihre Tätigkeit auf. Ein Tag zuvor war die Sparkasse Müsen geschlossen worden. Dahlbruch hatte zwar die Einwohnerzahl von Müsen noch nicht erreicht, aber an wirtschaftlicher Bedeutung schon überflügelt. 

16. Juni 1925: Bei einer Volkszählung hatte Dahlbruch 1173 Einwohner. 

1927: Heinrich und Karl Weiss erwerben die Maschinenfabrik Gebr. Klein, unter Mithilfe von Friedrich Flick. Dieses war sehr wichtig für die Region, denn die Demag wollten die Gebr. Klein (es war ihr größter Konkurrent) auch erwerben. Das Werk sollte dem Erdboden gleich gemacht werden. 

1927: Die Firma Vogel hat 80 bis 90 Belegschaftsmitglieder. 

5.Juni 1929: Polixine Wurmbach wird an ihrem 90. Geburtstag zur Ehrenbürgerin von Dahlbruch ernannt. Man wollte hiermit die Verdienste ihres verstorbenen Ehemanns, des langjährigen Gemeindevorstehers Heinrich Wilhelm Ernst Wurmbach, würdigen. 

1930: Eine Referenzliste Siemag, Abt. Klein Dahlbruch, zeigt eine unglaubliche Adressenliste. Unter anderen wurden bis dahin folgende Anlagen verkauft: 28 Träger-, Knüppel-, Trio-, Platinen- bzw. Schienenwalzwerke, 35 Brammen- und Blockwalzwerke, 70 Blechwalzwerke, 97 Duo- und Mehrwalzenkaltwalzwerke und 135 Bandeisen-, Feineisen- bzw. Drahtwalzwerke. Für einen Fachmann eine unglaubliche Referenz. Allein nach Russland gingen 70 dieser Großobjekte. Damit ist Klein offenbar ein erheblicher Anteil an der Großindustrialisierung des mächtigen Russlands bzw. später der UDSSR zugefallen. So ist zu Beginn des Dritten Reiches noch ein großes Quatro-Kaltwalzwerk an die Firma Roter Oktober nach Stalingrad geliefert und montiert worden. Knapp ein Jahrzehnt später stand diese Anlage in den grauenvollsten Kämpfen des zweiten Weltkriegs, es war die Schlacht um Stalingrad. 

31. März 1931: Mit Schließung der Grube Stahlberg beendet auch die Stahlberger Grubenbahn, die Erze von den Müsener Gruben zum Dahlbrucher Bahnhof beförderte, ihre Tätigkeit. Der Schmalspurschienenstrang ging über den Bocherich, dem heutigen Fußballplatz, wo der Lokschuppen war, den Hüttenweg entlang zum alten Bahnhof an der B 508. Im Volksmund hieß dieser Zug „det Juggelche”. 

23. Oktober 1931: Friedrich Anton Sapp wird zum Ehrenbürger von Dahlbruch ernannt, in Anerkennung seiner großen Verdienste als langjähriger Gemeindevertreter. 

Dezember 1931: Allen Beamten und Arbeitern der Siemag, Abt. Gebr. Klein, wird vorsorglich gekündigt. 

1932: Die Zahl der Arbeitslosen steigerte sich bis 1932 unsagbar. Um der Not etwas entgegenzuwirken, entstand in Dahlbruch der freiwillige Arbeitsdienst. Die Vergütung zeigt die Armut der Zeit. Für den Tageseinsatz von 7,5 Std. wurden 2 M bezahlt. Der Arbeitsdienst errichtete die nicht mehr vorhandene Badeanstalt und erweiterte den Sportplatz. 

06. Juli 1933: Die Herrenkleidungsfabrik Schmidt wird angemeldet. Die Produktion wurde später in die Wiesenstraße verlegt und ihr Areal ging in den 1960er Jahren in den Besitz der Siemag über. 

1933/1934: Die durch Arbeitslosigkeit verschuldete unsagbare Not wird aus den Sitzungsberichten der Gemeinde besonders ersichtlich. Der Hauptinhalt der Tagungen war Niederschlagung von Grund-, Vermögens-, Gewerbe-, Bürger- und Hauszinssteuer. 

1935: In diesem Jahr hatte Dahlbruch wieder eine Vollbeschäftigung und keinen Arbeitslosen mehr. 

15. Juli 1935: Die dickste Eiche des Siegerlandes, die in der Winterbach stand, wird Opfer eines Unwetters, das über das Siegerland zog. Die Eiche hatte in Brusthöhe einen Durchmesser von 1,90 Metern und einen Umfang von 5,40 Metern. 

1936: Die Siemag errichtet eine eigene Lehrwerkstatt, die immer wieder auf den neusten technischen Stand gebracht wurde. Bis heute sind hier über 3500 junge Menschen im kaufmännischen, technischen und gewerblichen Bereich hervorragend ausgebildet worden. 

1939: In diesem Jahr tauchte auch zum ersten Mal der Name Siemag auf. 

1939: Die Firma Vogel hat 180 Belegschaftsmitglieder, sie stieg in den Kriegsjahren auf 260, einschließlich Ausländern, an. 42 Werksangehörige sind im zweiten Weltkrieg gefallen und 8 galten als vermisst. 

1939: Dahlbruch hat 1426 Bewohner. 

1939/1945: Während des Krieges beschäftigte die Siemag viele Frauen. Aber auch 60 französische Kriegsgefangene und 150 ukrainische Zivilarbeiter füllten die Lücken auf, die durch die zum Wehrdienst eingezogenen Männer entstanden war. 58 Mitarbeiter der Siemag starben den Soldatentod. 

1941: Bernhard Weiss übernimmt das gesamte Aktienpaket der Siemag, und zwar als Glied der dritten Generation der Unternehmerschaft Weiss. 

1943: Das letzte Strohdach von Dahlbruch verschwindet. Es ist das heute mit Blech bedeckte kleine Fachwerkhaus der Hochstraße 17. 

September 1944: Die Gemeinde Dahlbruch nahm 44 Familien aus Kaldenkirchen auf, die durch Bombenangriffe ihre Wohnung verloren hatten. Etwas später bekam Dahlbruch noch 18 Familien aus Bochum zugewiesen. 

Herbst 1944: Es war kein geordneter Schulbetrieb mehr möglich. Das Schulgebäude wurde von Ausgebombten belegt. Der Unterricht fand in kleineren Gruppen in Privathäusern statt und wurde ständig durch Fliegeralarm unterbrochen. 

März 1945: Der Schulunterricht wird komplett eingestellt. 

April 1945: In den ersten Apriltagen erlebte Dahlbruch eine wahre Schreckenszeit. In die Kalau kamen die ersten Granateinschläge, es war der Auftakt des nahen Krieges. Reste der deutschen Wehrmacht, abgekämpft, ermüdet und schlecht bewaffnet, zeigten den vollständigen Untergang auf. Sie waren zugleich Anklage gegen die derzeitige Staatsführung, die in unverantwortlicher Weise einen längst verlorenen Krieg weiter führte. Das Dorf lag ständig unter Artilleriefeuer. Am Sonntag dem 8. April erlebte der Ort ein 1,5 stündiges Trommelfeuer. Der Beschuss forderte 3 Tote und mehrere Schwerverletzte, die im Hilfskrankenhaus in Stift Keppel behandelt wurden. Nach diesem starken Beschuss rückten vorsichtig und ängstlich amerikanische Truppen ein. Auf Webers Driesch wurde eine schwere Batterie aufgestellt und beschoss Littfeld. Die nächtlichen Abschüsse erschütterten das ganze Dorf. Hausdurchsuchungen und Überprüfungen wurden nun durchgeführt. Erschwerend war hierbei, dass den Fremdarbeitern, die Dahlbruch auch hatte, ein kurzfristiges Plünderungsrecht zugestanden wurde. 

08. Mai 1945: Es war der Tag der totalen Kapitulation. Es wurde ab 21 Uhr folgende Nachrichten von Kurt Reppel mit der Dorfschelle verkündet. „Der Krieg ist beendet, die Verdunklung wird aufgehoben.’’ Unmittelbar danach kamen aus einem amerikanischen Lautsprecher folgende Worte: “Wir kommen nicht als Unterdrücker, sondern als Befreier.” 

01. Juli 1945: Das Siegerland kam im Zuge der Neuordnung unter eine englische militärische Verwaltung. Ein kleiner Verwaltungsstab war im Gasthof Thiel (heute Dahlbrucher Hof) untergebracht und regierte unauffällig. Ab 22 Uhr bis 6 Uhr morgens bestand für die Zivilbevölkerung Ausgehverbot. Die Sperre wurde bald wieder aufgehoben, da sich die Menschen gefügig und gutmütig erwiesen. 

12. Juli 1945: Die englischen Behörden gaben die Lizenz für die Wiederaufnahme der Produktion bei der Siemag in Dahlbruch. 

27. August 1945: Die Volksschule in Dahlbruch öffnet nach dem Kriege wieder ihre Pforten. Eingeschult wurden nur die 4 unteren Jahrgänge. Es waren 188 Kinder, die in 4 Klassen durch zwei Lehrkräfte unterrichtet wurden. 

10. November 1945: In Dahlbruch wurden die Jahrgänge der Oberklassen 5 bis 8 eingeschult. Es waren nun 331 Schüler vorhanden, die in 6 überfüllten Klassen von 4 Lehrpersonen unterrichtet wurden. Als 5. Klassenraum wurde das HJ-Heim (Hitlerjugendheim) genutzt. Es stand da, wo heute das Pastorenhaus der ev. Kirche steht. 

1945/1946: Der Winter war sehr streng und hartnäckig. Von Dezember bis März herrschte ununterbrochen strenge Kälte. Viele Leitungen waren zugefroren. Es kam kein Hausbrand zur Verteilung. Die meisten Haushalte mussten mit 2 m³ Holz auskommen. Die Gesamtversorgung war sehr schlecht. Es herrschte bittere Armut. Vor den Bäckerläden standen die Einkäufer oft schon einige Stunden vor Eröffnung in langen Schlangen, um ein halbes Brot zu erwerben. Die letzten konnten oft nicht bedacht werden. 

1946: Dr. Stelbrink gründete in einer Villa zwischen der B508 und der Hochstraße das Dahlbrucher Krankenhaus. Es war der Vorläufer der heutigen Bernhard-Weiss-Klinik in Kredenbach und wurde 1964 abgerissen. 

22. August 1947: An diesem Tage wurde die kath. Schule in Dahlbruch unter großer Teilnahme der Elternschaft wieder feierlich eröffnet. Vorangegangen war eine Wahl für die Neuerstehung konfessioneller Schulen. Die Volksschule in Dahlbruch überwies 52 kath. Kinder. 

20. Juni 1948: Es war der Tag der Währungsreform. Jeder deutsche Staatsbürger erhielt für 60 Reichsmark eine Kopfquote von 40 Deutsche Mark. In Dahlbruch fand der Umtausch im Büro der Firma Vogel statt. Waren und Bedarfsartikel, die seit Jahren verschwunden waren, schmückten plötzlich wieder die Schaufenster. 

1948: Im Sommer diesen Jahres wurde der FC Dahlbruch gegründet. Einige Spieler hatten zuvor beim TuS Hilchenbach in der ersten Mannschaft Fußball gespielt. 

1949: Dahlbruch hatte in diesem Jahr über 300 Heimatvertriebene, die Obdach und Versorgung haben mussten. In vielen Häusern erfolgte ein enges Zusammenrücken. Über 50 Kinder aus diesen heimatvertriebenen Familien besuchten die Dahlbrucher Schule. 

1950: Die Einwohnerzahl von Dahlbruch ist auf 2195 gestiegen. Sie ist nun nach Hilchenbach die zweitgrößte Gemeinde des Amtes Keppel. 

1951: Die alte Turnhalle wurde als Kinoraum eingerichtet. Durch diese Maßnahme wurde das Schul- und Vereinsturnen stark eingeschränkt. 

1952: Das Denkmal für 35 Dahlbrucher Männer, die im ersten Weltkrieg gefallenen sind, wird abgerissen, zertrümmert und auf die Halde nach Allenbach gefahren. Es zeigte Siegfried in übermenschlicher Größe mit einem Schwert auf einem hohen Sockel. Auf dem Stand: „Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr Alles freudig setzt an ihre Ehre’’. Was für Worte – die den Abriss begleiteten. Die Fundamente zwischen ev. Kirche und Kindergarten sind heute noch vorhanden. 

31. Dezember 1953: Als der letzte Heimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft nach Hause kam, läuteten die Glocken. Die Gesangvereine begrüßten den Heimkehrer mit Liedbeiträgen. 

04. Juni 1954: Die neu erbaute ev. Kirche wurde durch Präses Wilm feierlich eingeweiht. Die Dachpfannen, das Eisengerüst für den Glockenturm, die Orgel, die Glocken, die Dachkonstruktionen, die elektrische Beleuchtung und ein eisernes Geländer wurden gestiftet. Durch Haussammlungen wurden 46000 DM aufgebracht. Die gesamte Bausumme betrug 380000 DM. Der erste Pfarrer war Ernst Bleeck. 

1956: Der Etat der Gemeinde Dahlbruch überschreitet die Millionengrenze. Erneuerung des Wasserleitungsnetzes, und Bau eines Hochbehälters. Als neues Quellgebiet wird die Grube Brüche erschlossen. Dahlbruch vergibt die komplette Straßenbeleuchtung für 25000 DM. 

1956: Die Gemeinde wird Mitglied des Wasserverbandes Siegerland. Der jährliche Beitrag beträgt 16000 DM. 

1956: Dahlbruch kauft von der Forstbehörde Lohe 14,70 ha Gelände für ein neues Baugebiet. Die neue Siedlung Loher Wald sollte laut Planung für 10 Jahre ausreichen. Innerhalb von 3 Jahren waren sämtliche Bauplätze vergeben und schon ein großer Teil der Häuser erstellt. 

1956: An der Wittgensteiner Straße werden mehrere Reihenhäuser von der Siemag gebaut. Im Volksmund entstand der Name Sambasiedlung. 

1957: Der Posaunenchor der ev. Kirchengemeinde Dahlbuch wird ins Leben gerufen. Erster Leiter war Wilhelm Moll. 

1957: Die TTG (Tisch-Tennis-Gemeinschaft) SMS Dahlbruch wird gegründet. Erster Vorsitzender wird Hans Althaus. 

17. Dezember 1957: Das neue Schulgebäude zwischen Hochstraße und der alten Schule wurde feierlich eingeweiht. Zuvor mussten allerdings einige Fachwerkgebäude weichen. Bei der Innenausstattung waren die Gemeindevertreter sehr schulfreundlich. 

1958: Die alte Turnhalle, die viele Zerfallserscheinungen hatte, wurde abgerissen. Sie musste einer modernen Kulturhalle Platz machen. 

03. Mai 1958: Die neue Turnhalle wurde offiziell eingeweiht. Seit Herbst 1957 wurde die Halle bereits genutzt. 

10. September 1959: Die neu erbaute Stadtsparkasse in der Ortsmitte von Dahlbruch wird eröffnet. 

12. Februar 1960: Die neue Dahlbruchhalle wurde feierlich eingeweiht. Sie hat eine Empore und 550 Sitzplätze sowie einen Orchestergraben für 32 Personen. Durch viele Änderungen während des Bauens stiegen die Plankosten von 600000 DM auf einen Endpreis von 923890 DM. Das Siegerlandorchester, das für die Teilnahme bei der Einweihungsfeier 550 DM gefordert hatte, bekam 1000 DM. 

02. Oktober 1960: Die neu erbaute kath. St.-Augustinuskirche wurde durch den Paderborner Erzbischof Dr. Lorenz Jaeger feierlich geweiht. Die künstlerische Innenausstattung wurde von dem Frankfurter Künstler Jost wahrgenommen. Gebaut wurde das Gotteshaus nach Plänen des Weidenauer Architekten Sonntag. 

1961: Die katholische Pfarrgemeinde Dahlbruch umfasst die komplette spätere Großgemeinde Hilchenbach sowie die Dörfer Netphen-Herzhausen und Kreuztal-Kredenbach. Die Seelenzahl liegt bei 2600, davon hat Dahlbruch 800. 

06. März 1961: Der Gebrüder-Busch-Kreis wird gegründet. 

Um 1961: In Dahlbruch gibt es acht Gaststätten. 

01. April 1962: Unter großer Teilnahme dankbarer Dorfbewohner ist die feierliche Indienstnahme der neuen Friedhofskapelle erfolgt. Die Halle hat im Keller drei Aufbewahrungsräume und 199 Sitzplätze mit Empore. In der Eingangshalle sind auf gusseisernen Platten die toten Krieger unserer Gemeinde verzeichnet. Die Halle einschließlich Inneneinrichtung erforderte 302742 DM. 

1964: Im Herbst werden die ersten Häuser im neuen Baugebiet auf dem obersten Dahlbruch erstellt. Die Straßen führen die Musikernamen Schiller-, Goethe-, Mozart-, und Beethovenstraße. 

04.Juni 1964: Der neu errichtete ev. Kindergarten wird seiner Bestimmung übergeben. Er hat 3 Gruppenräume für je 30 Kinder. Es ist weiter ein großer Waschraum, getrennte Toiletten, eine Küche, ein Zimmer für die Heimleiterin und eine angeschlossene Wohnung vorhanden. Die Baukosten mit Außenanlagen betrugen 300000 DM. 

1964/1965: Der neue Sportplatz wird auf den Bocherich gebaut. Das große Spielfeld wird von Laufbahnen umgeben und mehrere Sprunggruben laden zum Wettkampf ein. 

1966: Die ev. Volksschule ist um einige Klassenräume vergrößert worden und wird seiner Bestimmung übergeben. Sie erhielt den Namen “Adolf-Reichwein-Hauptschule”. Mit dieser Namensgebung sollte der Pädagoge Adolf Reichwein, der 1944 in Plötzensee unter dem Fallbeil sein Leben ließ, geehrt werden. 

01. Dezember 1966: Die ev. Volksschule in Dahlbruch wird Mittelpunktschule. Das 7. - 9. Schuljahr aus Allenbach und das 9. Schuljahr aus Müsen bilden in Dahlbruch eine differenzierte Oberstufe. Am 01.08.1967 kam das 7. und 8. Schuljahr aus Müsen dazu. In den 11 vorhandenen Klassen werden nun 395 Kinder von 12 Lehrkräften unterrichtet. 

Anfang 1967: Der Frauenchor von St. Augustinus Dahlbruch wird ins Leben gerufen. 

1968: Das letzte Bauobjekt der Gemeinde Dahlbruch, das Hallenbad, wurde begonnen. Die ersten Beratungen begannen bereits 1964. Umfangreiche Rücklagen waren erforderlich, um das Bauen zu ermöglichen. Am 15. Juni setzte ein gewaltiger Wolkenbruch die Baugrube unter Wasser und verursachte großen Schaden und eine mehrwöchige Verzögerung. Bei der Baudurchführung wurde die Gaststätte verlegt und zwei Kegelbahnen kamen hinzu. 

1968: Der letzte Gemeinderat von Dahlbruch setzte sich wie folgt zusammen: SPD 11 Sitze, CDU 6 Sitze, FDP 2 Sitze. Der Bürgermeister war Artur Meier SPD. 

31. Dezember 1968: Bei der Siemag sind 2500 Mitarbeiter beschäftigt, und zwar 1500 Arbeiter und 1000 Angestellte. 

1969: Die männliche Faustballjugend des TuS Dahlbruch wird Deutscher Jugendmeister. Es ist der erste Deutsche Meistertitel, den die Faustballabteilung holt. 

1969: Die katholische Schule in Dahlbruch wird in Folge der Neuordnung geschlossen. 

25. Oktober 1969: Das Dahlbrucher Hallenbad wird feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Zu diesem Zeitpunkt war Dahlbruch schon Stadtteil von Hilchenbach. 

1970: Der FC Dahlbruch und die Fußballabteilung des TuS Hilchenbach gehen eine Fusion ein. Der neue Name ist FC Hilchenbach. Gespielt wird in Dahlbruch auf dem Sportplatz in der Winterbach. 

1971: Heinrich Weiss wird Vorsitzender der Geschäftsführung der Siemag. Bernhard Weiss übernimmt den Vorsitz im Aufsichtsrat der Siemag. 

1973: Die Faustball-Rasenfelder hinter der Turnhalle werden fertig gestellt und dem TuS Dahlbruch zur Nutzung übergeben. 

Dezember 1973: Die Siemag geht eine Fusion mit der Firma Schloemann in Düsseldorf ein. Der neue Firmenname heißt Schloemann-Siemag AG. 

1974: Heinrich Weiss übernimmt als Vorstandsvorsitzender die Führung des vereinigten Unternehmens Schloemann-Siemag AG. 

21. April 1978: Die erste Probe des neu gegründeten Kinder- und Jugendchors “Ratz-Fratz” Dahlbruch fand am 21. April 1978 statt. 40 Kinder waren anwesend. Träger des Chors waren die Gesangvereine von Dahlbruch und Müsen. 

10. März 1979: Im alten Dahlbrucher Bahnhof, Wittgensteiner Str. 113, wird ein Jugendzentrum eröffnet. Da der Bahnhof verkauft wurde, wird das Zentrum am 30.09.1999 geschlossen. 

1980: In der Wiesenstraße wird eine Tennishalle mit drei Feldern eingeweiht. Unmittelbar neben der Halle werden später noch vier weitere Plätze angelegt. 

30. Juli 1982: Grundsteinlegung des SGV Jugend- und Wanderheims im Kurzen Seifen. Im September 1983 konnte es erstmals benutzt werden. 

1984: Dahlbruch hat 4116 Einwohner, das ist ab 1815 eine Steigerung von unglaublichen 2365 %. Keine Gemeinde im Hilchenbacher Raum hat auch nur annähernd so eine Steigerung verbuchen können. Es sind nur ganz wenige Gemeinden im Siegerland, die solch eine enorme Steigerung verbuchen konnten. 

1989/1990: Die Ortsmitte Dahlbruch wird mit Parkplätzen und Grünanlagen neu gestaltet. Es entsteht ein echter Mittelpunkt des Ortes. Die Ausführung wurde in 3 Bauabschnitten genehmigt und bezuschusst. Es wurden nur zwei durchgeführt. Der dritte Abschnitt der Bauausführung kam nicht zu Stande. Es wurde zu Gunsten der Sanierung des Stadtkerns von Alt-Hilchenbach darauf verzichtet. 

01. April 1990: Die Kita, Kindertagesstätte für Kleinkinder mit Namen Kuckucksnest, wird in der kath. Schule neben der St-Augustinuskirche eröffnet. 

Oktober 1994: Ein Industriedenkmal wird auf dem Bernhard-Weiss-Platz gesetzt. Es zeigt ein kleines Walzgerüst, das von Gebr. Klein, Dahlbruch, gebaut worden war. Es war von 1936 bis 1992 in einer Drahtstraße in Russland im Einsatz. 

01. Januar 1995: In Hillnhütten wird der zweite Kindergarten in Dahlbruch eröffnet. Die Trägerschaft wird von der AWO (Arbeiterwohlfahrt) übernommen. 

24. April 1998: Das neue, mustergültig gebaute Feuerwehrgerätehaus an der Wittgensteiner Straße wird der Bestimmung übergeben. 

1998/99: Die AWO errichtet eine behindertengerechte Wohnanlage in der Hörbach. 

1999: Das Dahlbrucher Hallenbad wird renoviert und die technischen Anlagen werden modernisiert. 

05. Oktober 1999: In den Räumen am Bernhard-Weiss-Platz in Dahlbruch, aus denen die Feuerwehr ausgezogen ist, eröffnet das Jugendzentrum ’’No Limits’’ die Pforten.